Chromecast – Googles HDMI-Stick Mediacenter

Google hat mit seinem Chromecast ein vor allem aus preislicher Sicht extrem interessantes Media-Center auf den Markt gebracht. Doch was taugt der kleine HDMI Stick und kann er bestehenden Systemen das Wasser reichen?
Für meinen Test habe ich mir gewohnt Zeit gelassen und möchte

Hardware

Smarte Fernseher gibt es wie Sand am Meer zu kaufen. Ab CHF 500.- (ca. EUR 610.-) aufwärts verfügen die meisten über einen Ethernet-Port und können somit aufs Internet zugreifen.
Doch die Navigation durch das jeweilige Menü und dessen Möglichkeiten sind doch arg begrenzt, in den meisten Fällen Ruckelt es auch noch heftig und vielfach tut nicht alles so wie man es sich gerne wünschen würde.

Nachdem es mit den Google Boxen nicht wirklich geklappt hat – ich mag mich da noch sehr gut an meine Logitech Revue erinnern welche total gefoppt hat.

Und auch Eric Schmidt’s Drohung versprechen das ab Mitte 2012 Google den SmartTV Markt beherrschen will:

By the summer of 2012, the majority of the televisions you see in stores will have Google TV embedded.

ging doch gründlich in die Hose. Googles neuster (und sicherlich nicht letzter) Angriff auf das Wohnzimmer ist nun der Chromecast.

Chromecast – Googles HDMI-Stick Mediacenter

Klein und Kompakt zeigt ihn die Werbung auch auf Google und sonstigen Produkte-Seiten wird er selten mit dem USB Ladekabel gezeigt. Sicherlich ist das eine Kleinigkeit, doch hier fängt es schon an.

Verarbeitung

Der kleine Stick ist nicht viel grösser als ein Handelsüblicher USB Stick, ca. 1.5 mal so dick uns etwas breiter, kommt er in einer Schlüsselform daher. Die HDMI-Schnittstelle ist sauber mit dem Stick verbunden und macht einen guten Eindruck. Er ist klein, kompakt und simple aufgebaut. Das mitgelieferter miniUSB auf UBS Kabel ist leicht gstabig widerspiegelt somit den Anschaffungspreis total.
Je nach Benutzung ist es sehr lang. Wenn ihr es z.B. direkt an einen freien USB-Port anschliesst ist es fast zu lange, dann könnt ihr es aber mit dem Klettband zusammenkleben und fixieren.

Konfiguration

Das haben sie super einfach gelöst, da der Umweg eh in den meisten Fällen die Cloud ist, gibt es auch nicht all zu viel zu konfigurieren. Als erstes wird der Stick an einen freien HDMI-Port eingesteckt, mit dem Stromkabel verbunden. Die geschieht wahlweise über einen freien USB Port am Fernseher direkt oder dann über den mitgelieferten USB-Strom-Adapter.
Je nach Bauart eures Fernsehens steht der Chromecast mit dem USB-Stromkabel ca. 10 cm nach hinten oder der Seite weg. Hierfür habe ich euch im Fazit einen Tipp, vor allem wenn eurer TV an die Wand geschraubt ist.

Nun startet ihr auf dem Device eurer Wahl die Chromecast App oder steuert ihr via eurem mobilen oder Desktop Rechner an und geht die kurzen Installationsschritte durch.
Dazu gehört natürlich der WLAN, welches aber leider nur bis zu 2.4 GHz (n-Standrad) unterstützt und nicht mit dem störungsresistenteren 5 GHz Band kommuniziert.

Software

YouTube Filme statt auf dem Smartphone / Tablet wiederzugeben direkt auf dem Fernseher anschauen ist schon sehr verlocken. In meinem Apple Universum kann ich das schon seit Jahren dank der AirPlay Technologie. Diese entwickelte sich in den letzten Jahren fleissig weiter und hier hat Google eignes nachzuholen.

Mit Miracast wurde ich nie wirklich warm. Zum einen unterstützten dies nur wenige Smartphone / Tabletts, von den TV-Geräten sprechen wir schon gar nicht.

Alles geht über Google / die Cloud

Mit dem Chromecast geht Google hier einen Schritt weiter und bringt eine Zwischenlösung, die zumindest einen Teil der Aufgaben abwickeln kann.

Das tolle ist, sobald ihr euren Chromecast konfiguriert und mit eurem heimischen WLAN verbunden habt ist dieser bereit für euren Content. Aus Google Movies, YouTube, dem Chrome Browser und einer Reihe von Apps könnt ihr mit zwei einfachen Klicks Tipps den Inhalt auf euren mit dem Chromecast versehenen Fernseher übergeben. Dies geschieht aber nicht wie bei AirPlay über Streaming des Inhaltes, sondern Google holt sich die Information ihrer Cloud.
Dieser Weg hat auch seine Vorteile, es spart natürlich Akku und ihr könnt eure Device weiterhin nutzen für den Second-Screen, eMails, Browning etc.
In meinen Augen aber auch wieder einen Nachteil, somit weiss Google natürlich noch mehr was ihr tut in einem Bereich den sie bis dahin noch nicht wirklich kontrollieren konnten. Das Wohnzimmer und das Konsumverhalten von euch.

Bild- und Tonqualität

Musik hören aus der Cloud mit Google Music funktionierte perfekt und ohne Unterbrüche. Natürlich braucht es jeweils beim anspielen erst ein paar Sekunden bis er sich die Daten geladen hat.

Das gleiche gilt natürlich für Filme die über die YouTube Plattform auf dem grossen TV landen. Nach dem ersten Buffering laufen diese gut durch. Leider aber kann er keine Full-HD-Videos wiedergeben und kommt somit schnell mal an seine Grenzen, vor allem wenn ihr euch gewohnt seit hochauflösenden Content zu geniessen.

Das streamen aus eigener Quelle, z.B. von einer externen Festplatte mit Netzwerk Zugang oder einem NAS-System ist leider nicht gleich auf anhieb möglich. Das müsst ihr euch im Nachhinein über eine App wie z.B. «Plex» nach installieren.
Leider aber lassen sich keine Full-HD Filme wiedergeben. Dazu kommt auch noch der Sound welcher nicht in gewohnter Qualität übertragen werden kann.

Apps

Einen Beitrag welche Apps auf keinen Fall auf eurem Chromecast fehlen dürfen folgt bald auf dem AppLand Blog.

Vorteile

  • Sehr günstig
  • schnelle Installation

Nachteile

  • Heimnetz streaming mit Rucklern
  • kein Surround Sound
  • kein Full HD
  • kein Streaming

Testbericht

Wen es nicht stört dass Google jetzt auch noch weiss was ihr auf eurem (wahrscheinlich) grössten Screen so alles treibt für den ist der Chromecast sicherlich eine interessante Lösung.
Für alle die ihren Fernseher an die Wand geschraubt haben, denen empfehle ich den Wentronic 68782 HDMI/HDMI Winkeladapter. Mit Hilfe dessen steht der Chromecast nicht im 90° Winkel nach hinten ab, sondern geht dem TV entlang nach oben/unten weg. Je nach Lage der HDMI Ports empfehle ich den obersten zu wählen damit der Chromecast nach oben weg geht. Somit schaut das Stromkabel nicht unten hervor. Sicherlich könnt ihr dies auch mit dem beiliegenden HDMI-Extender tun, doch dieser müsst ihr dann schon fast am TV mithilfe eines Klebebandes festkleben, damit der Winkel auch passt.

Was mir schon mal gar nicht passte am Chromecast ist dass dieser noch zusätzlich ein Stromkabel benötigt. Vor allem da der ansonsten sehr kompakte Stick überall ohne das beworben wird.

Das Abspielen von Filmen aus dem Netz geht flüssig, bis auf die Wartezeit zum Buffern des Filmchens. Unschön ist es beim Streamen vom Medien aus dem eigenen Netzwerk, hier kommt das 2.4 GHz WLAN doch immer wiedermal ins straucheln. Da dürfte in einer zweiten Version sicherlich nachgebessert werden.
Zusätzlich bleiben alle Full HD Filmchen aussen vor den diese kann der Stick nicht wiedergeben.

Für alle Nutzer eines Android Smartphones, die gelegentlich die gemachten Bilder gerne auf den grossen TV oder an den Beamer werfen möchten, ähnlich wie wir iOS Nutzer dies schon seit Jahren machen, für die ist der Chromecast natürlich perfekt geeignet. Und bei dem aktuellen Preis natürlich auch ein sogenannter «no Brainer».

Gadget passt zu ...

Technische Daten

  Google Chromecast
Benutzeroberfläche
Betriebssystem: Android
Sprachen:
Preis Schweiz: N/A
Preis Deutschland: N/A
Technologie: -
Technisches
Prozessor: -
RAM: -
Speicherplatz: -
Auflösung Signal: 1080p
Schnittstellen
Netzwerk:
  • WLAN
Audio:
Sonstige:
Formate
Video:
Foto:
Audio:
Dienste:
Allgemeines
Gewicht: 34 g
Grösse: 72 x 35 x 12 mm
Lieferumfang:
  • Chromecast
  • HDMI-Extender
  • miniUSB auf USB Kabel
  • Strom Adapter
  • Bedienungsanleitung

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