HTC One M9

Mit dem HTC One M9 starten die Taiwaner zu einem weiteren Versuch verlorenen Boden im Androiden-Land wieder gut zu machen. Design mässig hält sich, zumindest auf den ersten Blick, HTC an seinen Vorgänger dem M8 fest und bringt dahingehend nicht viel neues. Die zwei markantesten Änderungen sind die zwei Farben im Unibody Design und die «neue» Kamera-Technologie.
Jetzt ist die Frage, kann sich das HTC One M9 wie sein Vorgänger wieder in mein Herz schleichen und eines meiner Jahresfavoriten werden?

Hardware

HTC hat in diesem Jahr einen schweren Stand, hat doch Huawei mit seinem P8 extreme Fortschritte gemacht und auch andere Hersteller holen immer mehr auf. Dazu kommt, dass sich Samsung mit dem Galaxy S6 und Galaxy S6 EDGE endlich vom Kunststoffgehäuse, dem tauschbaren Akku und der microSD Karte verabschiedet hat. 

HTC One M9

Viel Kritik durfte sich HTC im letzten Jahr (auch hier im Blog  – Testbericht zum M8) mit ihrer zwei Kamera-Sensorik Technologie einfangen und das leider auch zu recht. Deshalb hab ich natürlich grosses auf die neue Kamera vom M9 gesetzt und war sehr gespannt auf dessen Test.

Verarbeitung

Dank dem Unibody Design wirkt das m9 wie seine beiden Vorgänger sehr wertig und liegt gewichtig in der Hand. Gefühlt würde ich sagen ist das neue sogar schwerer. Optisch wirkt es dafür kleiner, von den Massen her sind es nur wenige Millimeter in der Länge und Breite. Wirkt aber dank dem etwas zurück versetzten Rahmen kleiner.
Die beiden Materialien welche HTC im Fertigungsprozess hat zusammen gebracht sind wahrlich Geschmacksache. Mich stört jetzt der leicht bronzene Rahmen mehr, auch wenn mich die Fertigungstechnik sehr neugierig macht.
Zusätzlich sind die Kanten dieses Mal spürbar, beim Vorgängermodell war alles noch fein abgerundet.

Auffällig, wie beim aktuellen iPhone und den Flaggschiffen von Samsung steht auch beim M9 das Kameramodul wieder leicht hinten aus dem Unibody-Design heraus. Hier natürlich ein klarer Rückschritt, den es meiner Meinung Nach nicht gebraucht hätte. Dazu aber mehr weiter unten beim Kapitel zur Kamera.

Spannend ist, dass der An- und Aus-Schalt-Knopf wie auch beim iPhone nach rechts gerutscht sind. Somit findet er sich wie bei vielen Herstellern jetzt am gleichen Ort, direkt unter den Lautstärke-Knöpfen wieder.

An der Unterseite findet ihr nebem dem leicht seitlich versetzten micoUSB-Port den 3.5 mm Klinkenstecker fürs anschliessen von euren Kopfhörern.

Etwas was mir gleich aufgefallen war ist die Vibrationsfunktion am HTC. Die war meiner Meinung nach beim M8 schon sehr ausgeprägt, beim M9 ists meiner Meinung nach aber zu viel des Guten. Hier wünsche ich mir eine Möglichkeit diesen etwas zurück zu drehen da es einfach ein zu «spitzes» und «dünnes» vibrieren ist.

Display

Zum Glück macht HTC den Display-Hype nicht ganz so mit wie bei anderen Herstellern gewohnt. Sie bleiben bei einem 5″ Modell das auf eine Full-HD-Auflösung zählen darf. Dieses löst mit 1’920 x 1’080 Pixeln auf und verfügt über eine Dichte von 441 ppi.

Die Helligkeit vom Display überzeugt genauso wie dessen Farbtreue gefolgt von einer guten Blickwinkelstabilität. Generell ist das Bild sehr schön satt und scharf, so muss es sein und mehr braucht es auch nicht wirklich für den täglichen, normalen Einsatz.

Prozessor

Beim Prozessor hat HTC gleich auch nochmals kräftig nachgeholfen. Im innern werkelt ein 64-Bit-fähiger Achtkern-prozessor von Qualcomm, der Snapdragon 810. Die Leistung wird auf jeweils vier 2 GHz und vier 1.5 GHz Prozessoren verteilt und dieser wird von einem 3 GB RAM Modul tatkräftig unterstützt.
Somit ist ein euch ein flüssiges und schnelles Smartphone gesichert.

Weiterhin gehts positiv weiter, denn das neue Flaggschiff kommt mit Doppel so viel internem Speicher daher wie sein Vorgänger. Den 32 GB internen Speicherplatz könnt ihr über eine microSDHC-Karte nachrüsten auf zusätzliche 128 GB.

Akku

Durchschnittlich bin ich knapp an einen Tag gekommen, hängt aber auch immer damit zusammen dass ich ein Smartphone auch wirklich gebrauche. Für den normalen gebrauch gibt HTC bis zu 33 Stunden an. Generell kann ich nach knapp 3 Wochen Nutzung noch nicht allzu viel sagen zu der Langzeitnutzung und mache das auch nicht gerne, da meine Testzeit dieses Jahr aber begrenzt ist gehe ich davon aus, dass dies auch auf weitere Sicht so bleiben wird.

Kamera

HTC hat sich entschieden die ehemalige 4-Megapixel-Hauptkamera von der Rückseite an die Front zu verlegen und diese fristet da ein dasein für all eure Selfie Aufnahmen. Auf der Rückseite findet ihr ab sofort nur noch eine Linse, diese wurde auch kräftig aufgebohrt was die Megapixel anbetrifft.
Als ich dessen Wert bei der Präsentation erfuhr ahnte ich schon schlimmes. Leider hat sich das auch wieder bewahrheitet. Ich bin kein Profi Fotograf – da bin ich noch weit davon entfernt – auch habe ich kein Testlabor um detaillierte Tests auszuführen. Ich mach meine Tests im Alltag, in Alltagssituationen mit und ohne meine Familie so wie sie schlussendlich die meisten Käufer nachher auf testen.
Leider vermag der 20-Megapixel-Sensor nicht allzu viel gutes von sich geben. Sicherlich bei Tageslicht und optimalen Bedingungen sind die Bilder gut, da kann man nicht allzu viel sagen. Sobald aber das Licht schwächer wird und/oder es sogar gegen Nacht zu geht zeigt die Kamera wieder ihre Schwächen. Das heisst, unter anderem dass es zu rauschen beginn im Bereich des Bildrandes und die Schärfe teilweise zu wünschen lässt.

Schade hier hätte man lieber auf einen etwas kleiner Sensor gesetzt, der zusätzlich vielleicht auch nicht mal aus dem Gehäuse geschaut hätte und gleich auch noch bessere Bilder liefert.

Positiv muss aber angerechnet werden, dass bei Videos Aufnahmen jetzt UHD-4K möglich ist und ihr dazu den Ton gleich mit drei eingebauten Mikrofonen mitschneiden könnt.

Audio

Oben und unterhalb vom Display findet ihr die beiden Stereo-Lautsprecher wieder wie schon beim Vorgänger. Diese hatten eine einmalige Soundqualität bei einem Smartphone und zeigten anderen Herstellern was hier möglich ist. Auch im neuen Modell setzte HTC wieder auf die Bewährte Position und bringt somit grossen Sound zum «kleinen» Gerät.
Meiner Meinung nach haben sie es aber auch hier leicht übertrieben. Sobald ich den Lautstärkeregler gegen die 2/3 Grenze drehe klingt das ganze nicht mehr ganz so harmonisch. Ansonsten ist der Ton sehr klar und toll. 

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Software

Wie üblich bei HTC bekommt ein neues Flaggschiff auch gleich eine neue Version der HTC Sense zugeteilt.

HTC Sense 7

Mit der Sense Oberfläche war ich in den letzten Jahren sehr glücklich und mit der neusten Version schafft dies HTC auch wieder.

Sense Home

HTC schlägt dir im Home-Bereich in einem extra dafür angelegten Widget eine Reihe von Apps vor. Diese basieren jeweils auf einer der drei Kategorien:

  • Zuhause
  • Arbeit
  • Unterwegs

Eingeteilt werden diese anhand der Informationen von eurer Nutzung der einzelnen Apps. Wenn ihr zum Beispiel Facebook immer unterwegs braucht kommt dies automatisch in die Kategorie, bei Arbeits Apps und solchen die ihr zu Hause auf dem Sofa nutzt könnt ihr euch jetzt sicherlich denken wo die landen.
Die Idee dahinter ist genial, an der Logik darf HTC noch etwas schrauben. Ich könnte mir aber auch vorstellen dass sich dies noch anpasst umso länger man das Smartphone in seinem Besitz hat – ich beziehe mich hier nochmals auf meine drei Wöchige Testzeit.

Eine weiterer Neuerung ist die neue Theme-Engine. In dieser könnt ihr dutzende, vorgegebene Themes durchblättern und mit einem einzelnen Tipp aktivieren. Mit etwas an Zeit könnt ihr selber sogar noch handelnden und euch ein komplett eigenes Theme zusammenschrauben ganz nach eurem eigenen Geschmack. Wenn ihr auf Individualisierung steht ist dies natürlich eine tolle Möglichkeit.

Vorteile

  • Verarbeitung
  • HTC Sense 7
  • Gesamteindruck gefällt

Nachteile

  • Kamera

Testbericht

Wenn ich zurück Blick zum M8 oder M7 vermisse ich beim M9 etwas. Sicherlich ist der Performance Wachstum genial dennoch vermisse ich den WoW-Effekt. Liegt natürlich sicherlich auch am Recycelten-Design welches Konstant weiter gepflegt wurde. Wie einleitend geschrieben ist die zweifarbige Verschmelzung natürlich Geschmacksache.
Die Rückwärtig herausstehende Kamera ist aber schon etwas was mich eher stört.

Ansonsten hat HTC wieder ein echt tolles Smartphone auf den Markt gebracht. Ihr bekommt für euer Geld eine tolle Hardware mit einem bewährten Design.

Leider enttäuscht das One M9 vor allem bei der Kamera. Sicherlich fällt es nicht jedem gleich auf und ist immer eine Frage der Nutzung. Doch für alle die gerne und viel Bilder schiessen und die Smartphone Kamera die einzige Begleitkamera ist, der sollte sich auch aktuelle andere Modelle anschauen.

Was mir wie die letzten Jahre sehr gut gefallen hat ist die HTC Sense. In der Version 7 ist sie gleich nochmals ein Stückchen Erwachsener geworden und bietet einige Feinheiten die ich zu schätzen gelernt hab.

Gadget passt zu ...

Technische Daten

  HTC One M9
Benutzeroberfläche
Betriebssystem: Android
Sprachen: -
Preis Schweiz: N/A
Preis Deutschland: N/A
Display
Grösse: 5"
Auflösung: 1'920 x 1'080 Pixel 441 ppi
Technologie: LCD
Technisches
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 810
RAM: 3 GB
Speicherplatz: 32 GB
Akkulaufzeit: -
Schnittstellen:
  • 3.5 mm Klinkenstecker
  • microUSB
  • NFC
  • Bluetooth 4.1
Sensoren:
Multimedia
Kamera Front: 4 mp
Kamera Hinten: 20 mp
Audio: -
Textformate:
Videoformate:
Netzwerk
3G: Ja
LTE: Ja
WiFi: Ja
Allgemeines
Akku: 2'840 mAh
Gewicht: 157 g
Grösse: 144,6 x 69,7 x 9,61 mm
Lieferumfang:

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