Nexus 6P

Bei Android gibt es vor allem eines: Vielfalt. Dies nicht nur bei den unterschiedlichen Herstellern, den Displaygrössen, den verbauten Akkus und den unterschiedlichen Tastenbelegungen. Die grösste Differenz liegt in meinen Augen beim ausgespielten Betriebssystem und dessen Aufsatz, welchen jeder Hersteller noch oben drauf klatscht.
Dem entgegen hält Google seit vielen Jahren mit ihrer eigenen Nexus Serie. Früher mal ein günstiges Smartphone, welches auf Updates zählen durfte. Heute ein nicht mehr allzu günstiges Smartphone, aber nach wie vor mit Update-Garantie.

Hardware

Vielleicht mal gleich vorweg: System-Update ist ein Wort, das man vielen androiden Smartphone-Nutzern erst mal erklären darf. Ich weiss, das war jetzt etwas spitzfindig, doch wer kein Flaggschiff und/oder Nexus besitzt, bekommt so etwas höchst selten zu Gesicht.

Nexus 6P

Das Nexus 6P wird, wie es sich in der Reihe gehört, als erstes Smartphone mit dem neuesten Android ausgestattet. Im aktuellen Fall ist dies Android 6.0 Marshmallow. Aber zum Betriebssystem kommen wir später nochmals, jetzt kehren wir erst mal zurück zur Hardware des Nexus 6P – das erste Nexus Modell, bei dem Google mit Huawei kooperiert. Wer hier im Blog regelmässig mitliest, hat sicher schon mitbekommen, dass mir die Smartphones und Phablets aus dem Hause Huawei meist sehr gut gefallen.

Die aktuelle Nexus Serie umfasst auch noch ein kleineres Modell, welches von LG hergestellt wird und auf den Namen Nexus 5X hört. Wobei das «X» für das Zentrum von Nexus steht. Beim Huawei Modell steht das «P» für Premium.

Verarbeitung

Als ich diesen Frühling das Huawei P8 das erste mal in den Fingern hielt, war ich geflasht. Doch im September, auf der IFA in Berlin, wurde es nochmals etwas grösser mit dem Mate S.
Als ich das Nexus 6P dann (ihr könnt es euch im Video – oben eingebunden – selber anschauen) das erste mal in die Finger nahm, war das nochmals eine Nummer grösser. Nicht nur breiter, sondern auch höher und länger. Vor allem die Länge fällt einem gleich ins Auge. Es macht zwar nicht allzu viel aus, wenn man das Ganze auf die verbleibenden Millimeter herunter bricht, doch es wirkt optisch deutlich länger. Dies gilt übrigens nicht nur für die Länge, sondern vor allem auch für die «Dicke», denn nebeneinander gelegt, oder eben in Millimeter, macht es kaum etwas aus. Auch hier vor allem optisch anders geschnitten.

Aber kommen wir zum Phablet selber. Am oberen Rand ist einzig der 3.5 mm Klinkenstecker untergebracht. Auf der rechten Seite findet ihr den leicht schraffierten Ein- und Ausschalt-Knopf gefolgt von der Lautstärkewippe. Interessanterweise ist die Reihenfolge genau anders herum, als bei Huawei sonst üblich, wie z.B. beim Mate S oder dem Huawei P8.

Am unteren Rand ist, wie oben auch, nur ein einziger Anschluss: Der Port fürs Aufladen des Akkus und dem Übertragen der Dateien direkt zu einem Rechner euer Wahl. Speziell zu erwähnen ist sicherlich der Port selber. Denn hier kommt zum ersten mal bei Nexus ein USB Typ C Anschluss zum Zuge. Das Tolle an dem Typ C ist, dass sich die Ladezyklen damit deutlich verkürzen werden. Noch viel praktischer ist aber, dass ihr das Kabel nun – wie bei Apple mit Lightning – so einstecken könnt, wie ihr mögt. Heisst, ihr müsst endlich nicht mehr im Dunklen herum probieren, bis ihr die richtige Seite oben habt. Jahrelang wurde ich für diesen Satz aus dem Android-Lager ausgelacht, doch jetzt könnt ihr endlich auch davon profitieren und ich sage euch jetzt schon: Ihr werdet es lieben.

Zuletzt, auf der linken Seite, findet ihr ganz oben den SIM-Karten-Schacht. Auch hier behält sich Huawei das Feature des gekoppelten SIM-/Speicher-Slots für die eigenen Smartphones/Phablets vor. Beim Kauf solltet ihr euch vorab entscheiden, welche Grösse des Speichers ihr wählen möchtet. Zur Verfügung steht euch 32, 64 oder 128 Gigabyte.

Die Rückseite ist, grob gesagt, in drei Teilbereiche unterteilt. Zum einen die grosse, über die ganze Breite verlaufende, Glas-Fläche. Darunter befindet sich die Haupt-Kamera sowie deren Dual-LED-Blitz. Im mittleren Bereich findet ihr im oberen Drittel den Fingerprint-Sensor. Beim Nexus 6P ist dieser komplett rund ausgefallen. Gleich darunter findet ihr das Nexus-Branding im Hochformat geschrieben und wiederum darunter in klein den Schriftzug «Huawei».

Das Phablet selber fühlt sich sehr gut an und ist dank Alu-Unibody-Gehäuse auch sehr stabil. Dass das einhändige Bedienen nicht möglich ist, könnt ihr euch sicherlich denken.

Display

Geschützt wird das 5.7″ grosse OLED-Display von einem Gorilla Glas der vierten Generation. Darunter verbergen sich 2’560 x 1’440 Pixel, was eine unglaubliche Pixeldichte von 515 ppi ergibt.
Die ganzen Werte des Displays sind sehr stimmig. Die Sättigung wie auch der Kontrast sind extrem toll.

Prozessor

Damit das Nexus 6P auch genügend Power hat und flüssig läuft, setzt Huawei auf einen Acht-Kern-Prozessor. Die Wahl fiel dabei auf einen Snapdragon 810. Auf diesem wird jeder einzelne Kern mit maximal 2 GHz befeuert. Zur Seite stehen dem 6P ganze 3 GB RAM.

In Zusammenarbeit mit Marshmallow (Android 6.0) kann die Hardware somit auch zeigen, was in ihr steckt. Ruckler habe ich selbst keine ausmachen können, auch bei der Eingabe über die Sprache lief alles schön flott und die Apps kommen meist auch sehr schnell auf.

Akku

Zum Thema Akku kann ich euch kein zuverlässiges Resultat liefern. Der Grund dafür ist einfach, dass das Nexus Phablet nur knapp eine Woche bei mir verweilte und nach einer solchen kann ich euch keine zuverlässigen Akku-Werte ermitteln.
Um den Akku zu verbauen, hatte Huawei im 6P viel Platz. Mit 3.450 mAh ist der Akku richtig gross geraten. Aber er hat zwei Nachteile: Zum einen kann man ihn nicht selbst wechseln und zum anderen scheint die starke Hardware (vor allem der superscharfe Bildschirm und der Prozessor) ordentlich Strom zu ziehen: Die Akkulaufzeit von zehn Stunden und 23 Minuten ist kürzer als etwa beim iPhone 6S Plus (13:37 Stunden mit 2.750 mAh-Akku), aber etwas länger als beim Galaxy S6 Edge+ (9:42 Stunden mit 3.000 mAh).

Kamera

Ein unschönes Thema war bei den Nexus Smartphones jeweils die Kamera. Im letzten Jahr hat sich hier mit dem Nexus 5 schon ein bisschen getan, aber mit dem 6P ist Google mit Huawei auf einem guten Weg.
Schon die Kameras im Huawei P8 sowie dem Mate S vermochten mich zu begeistern. Trage ich doch neben meinem iPhone jeweils eines der beiden bei mir.

Auf der Rückseite findet ihr die Haupt-Kamera, welche einen 12.3 mp Sensor aufweist. Schön, dass Huawei hier auch nicht auf den Pixel-Zug aufspringt. Was dem Kameramodul aber fehlt, ist ein optischer Bildstabilisator. Diesem Mangel möchte man mit einem Laser-Autofokus Einhalt gebieten. Der Laser-Autofokus ist dafür, dass ihr auch bei nicht so idealem Licht Objekte scharf stellen könnt.

Das nackte Android ist, wie es der Name schon umschreibt, wirklich nackt. Das merkt man zum einen sicher auch an der Kamera-App – erlaubt sie in diesem Fall doch nicht allzu viele Möglichkeiten.

Audio

Stereo-Lautsprecher verbaut nicht jeder Hersteller. Je nach Modell können diese besser oder eben auch schlechter ausfallen. Von den beiden, welche Huawei im 6P verbaut hat, war ich aber positiv überrascht. Es kommt nicht an ein HTC One M8 oder das One M9 heran, macht aber dennoch Laune.

Musik oder Podcasts anzuhören macht genauso Spass wie auf Netflix/Teleboy oder bei YouTube Video/Film anzuschauen.

Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei Nexus 6P von Huawei

Software

Ein neues Nexus Modell heisst auch immer: Eine neue Version von unter anderem Googles mobilem Betriebssystem.

Android 6.0 Marshmellow

Das neueste OS von Android hört auf den Namen Marshmellow. Wie immer bei den grossen Sprüngen der Versionsnummer kommen natürlich auch neue Features mit dazu. Auf alle kann und möchte ich nicht eingehen. Hier ein paar, die mir besonders positiv aufgefallen sind.

Ein Grossteil der Neuerungen, welche ihren Weg in Android 6.0 gefunden haben, kannte ich – teilweise schon seit Jahren – von der iOS Seite her. Für mich positiv, da ich doch das eine oder andere der genannten Features richtig vermisst hab auf der Androiden Seite.

Der Fingerprint-Sensor, auf meinem iPhone täglich viele, viele Male gebraucht. Sei es zum schnellen und einfach Entsperren oder auch mal beim gelegentlichen Einkaufen im App Store. Dazu kommen immer mehr Apps, die den Fingerabdruck zum Sperren der Inhalte nutzen. Seien es Apps von Banken wie die Paymit von der UBS oder ähnliche Zahlungsmöglichkeiten oder auch Cloud Apps wie OneDrive, Dropbox etc..  Das gleiche geht nun endlich auch hier und wird hoffentlich bald in vielen Apps implementiert.

Ordner erstellen, eine beliebte Möglichkeit um die ganzen Apps in den Griff zu bekommen oder um diese zu gruppieren. Dadurch könnt ihr nun einfacher navigieren, denn diese lassen sich einfach – und wie in der App Übersicht gewohnt – durchscrollen.

Ein leidiges Thema ist das Installieren von Apps. Jedes mal, wenn ich eine Android App aus dem Play Store lade, ploppt eine – meist längere – Liste in einem Fenster auf und ich muss entscheiden, ob die jeweilige App jetzt auf diverse meiner Daten/Sensoren oder auch Kamera/Mikrofon zugreifen darf.
Das liest kaum jemand durch und die meisten klicken da auch nur auf OK.
Auch hier verfolgt Android wieder eine Lösung, wie wir es bei iOS schon seit längerem kennen. Die Abfrage kommt nicht mehr mit der Installation, sondern erst mit dem ersten Starten der App. Hier werden zum Beispiel Kamera, Mikrofon oder Zugriff aufs Adressbuch etc. separat abgefragt und, wenn die App es nutzen möchte. Somit bekommt der Nutzer es explizit mit und kann darauf reagieren.

Ihr möchtet einen Schnappschuss machen? Je nach Smartphone Modell gibt es dazu einen dezidierten Knopf oder sonst ein Trick. Mit Marshmallow kommt ein globales neues Feature hinzu. Ein doppeltes Antippen des Ein-/Ausschalt-Knopfes bringt euch direkt in die Kamera-Ansicht und ihr könnt loslegen. Zu den bereits oder gerade eben gemachten Bilder kommt ihr mit einem Wisch von rechts nach links.

Vorteile

  • Saubere Verarbeitung
  • Tolles Display
  • Gute Kamera

Nachteile

  • Kein Headset im Lieferumfang
  • Speicher nicht erweiterbar

Testbericht

Wer immer das neueste Android haben möchte, hat keine andere Wahl und darf sich für ein Modell aus der Nexus Reihe entscheiden.
Mit dem Nexus 6P habt ihr auf jeden Fall ein solides und sauber verarbeitetes Phablet in den Händen.

Tolle Verarbeitungsqualität gepaart mit einer guten Kamera für den täglichen Einsatz. Dazu kommen die Annehmlichkeiten, welche ein Fingerprintsensor mit sich bringt, wenn dieser tief im System verwurzelt ist. Und natürlich nicht zuletzt die neuen Features, welche ihr mit Marshmallow dazu bekommt.

Für mich ein stimmiges Phablet, mit viel Power und dem aller wichtigsten – wie ich finde: Einer Update Garantie seitens Android für neue Betriebssystem-Versionen.

Gadget passt zu ...

Technische Daten

  Huawei 6P
Benutzeroberfläche
Betriebssystem: Android 6.0 (Marshmallow)
Sprachen: -
Preis Schweiz: N/A
Preis Deutschland: N/A
Display
Grösse: 5.7"
Auflösung: 2560 x 1440 Pixel - 515 ppi
Technologie: AMOLED
Technisches
Prozessor: Snapdragon 810 v2.1
RAM: 3 GB
Speicherplatz: 32, 64 oder 128 GB
Akkulaufzeit: -
Schnittstellen:
  • USB-C
  • Bluetooth
  • WLAN
  • GPS
  • NFC
  • GPRS/EDGE
  • UMTS
  • LTE
Sensoren:
Multimedia
Kamera Front: 8 mp
Kamera Hinten: 12.3 mp
Audio: -
Textformate:
Videoformate:
Netzwerk
3G: Ja
LTE: Ja
WiFi: Ja
Allgemeines
Akku: 2'450 mAh
Gewicht: 178 g
Grösse: 159,4 x 77,8 x 7,3 mm
Lieferumfang:
  • Huawei 6P
  • USB C auf USB Kabel
  • UBS C Kabel
  • Bedienungsanleitung
  • Strom Adapter

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