Livescribe 3 verknüpft digitales und analoges schreiben

Seit einigen Jahren nutze ich ihn schon, den Livescribe. Begonnen hat alles mit dem Livescribe Pulse im Jahre 2009 (hier ein Vergleichs Foto mit dem Original). Die nachfolgenden Modelle habe ich dann bewusst ausgelassen bis zum Livescribe 3. Nach längerem Kämpfen habe ich mich dann entschlossen es doch mal mit dem neuen Modell zu versuchen. Nach so vielen Jahren treuem Dienst darf man dem Stift seines Vertrauens auch mal sein Rentnerdasein geniessen lassen. Die neuen Features und die doch nicht wenigen Anfragen unserer #GeekTalk Podcast Hörer welche der Meinung waren, dass der Stift in unsere Sonderfolgen Serie zum Papierlosen Büro passen würde.

Beschreibung

Die Verknüpfung von der digitalen und der analogen Welt ist ein grosses Thema bei uns. Begonnen hat alles vor einigen Jahren mit dem Papierlosen Büro. Dies endete bis vor kurzem in einer Sonderfolgen Serie zum «Papierlosen Büro» im #GeekTalk Podcast.

Livescribe 3

Grob beschrieben ist der Livescribe 3 ein etwas voluminöserer Stift mit einer integrierten Kamera. Die das von euch geschriebene direkt an einen Smartphone oder Tablet weiterleitet. Im Vergleich zu seinem Vorgänger und noch mehr zu meinem früheren Arbeitswerkzeug, einem schicken Watermann ist der Livescribe 3 natürlich grösser.

Verarbeitung

Das war auch gleich das erste was mir sofort aufgefallen ist. Nicht unbedingt seine Dicke, die ist mit 15 mm Umfang ziemlich gleich geblieben. Es war auch nicht seine Länge, denn mit seinen 16 cm ist er in etwa gleich lang wie sein Original. Es war die Gewichtsverteilung die zu beginn etwas ungleich erschien.
Dies ist aber eher seiner Beschaffenheit geschuldet, als das wirklich ein Ungleichgewicht vorherrscht. Dies bemerkte ich nach einigen Tagen im Gebrauch. Zu Beginn hab ich mich deshalb immer wieder verkrampft da beim normalen halten des Stiftes diese nach hinten weg zu rutschen schien. Seit ich ihn aber zum schreiben jeweils etwas weiter hinten halte liegt er nun perfekt auf der Hand auf und ich schreibe wie früher zu Schulzeiten wieder flüssig und locker vor mich hin.

Der Livescribe Pulse, damals noch aus Aluminium gefertigt machte einen wertigeren Eindruck. Der Livescribe 3 ist «nur» noch aus Kunststoff, welches hier wahrscheinlich einem optimaleren End-Gewicht wegen eingesetzt wurde. Es ist nicht schlimm, dennoch fühlt man es, was meinem Gefühl nach aber auch eher an der Glatten Oberfläche geschuldet ist. Zusätzlich hört man den unterschied auch beim hinlegen des Stiftes. Dieser Umstand hob sich aber nach dem ersten Verknüpfen mit meinem iPad mini und dem Ausprobieren des Stiftes sehr schnell.

Vom Design her ist der Livescribe 3 schnittiger geworden. Vor allem die Spitze schaut stylischer aus, dank umgekehrten Farbgebung. Auch ist in der Spitze die Kamera etwas besser versteckt und fällt nicht so rasch auf.

Es ist schon erstaunlich was heutzutage in einen solchen «Kugelschreiber» alles passt. Sei dies die Infrarot Kamera, der ARM9-Prozesso, ein Bluetooth Smart-Chipset (4.0) und ein Flash-Speicher für die Speicherung der von euch geschriebenen Seiten (2 GB platz für 20’000 Seiten). Nicht zu vergessen natürlich der verbaute Akku damit das ganze auch mit Strom versorgt werden kann.

Akku und die Lebensdauer

Brauchte man beim Originalen Stift (wie gesagt ich habe die nachfolgenden Generationen nur am Rand beobachtet) noch eine «Ladestation» und hatte der Stfift dafür am unteren Ende eine Schnittstelle, läuft dies beim neuen deutlich einfacher.
Unter dem «Tablet Stift» am oberen Ende befindet sich ein microUSB-Port für das Aufladen des integrierten Akkus. Ein solches Kabel muss man nicht wie früher den Adapter immer mitschleppen, microUSB Kabel liegen überall herum.
Auch verfügt der Stift selber über kein Display mehr, warum auch, denn die ganzen Daten werden direkt auf euerm Smartphone/Tablet übertragen und angezeigt. Das hat den positiven Effekt, dass natürlich auch Akku gespart werden kann.

Bei einer aktiven Verbindung mit eurem Device könnt ihr so bis zu 14 Stunden Notizen machen, bis ihr den Stift wieder an ein microUSB Kabel hängen müsst. Somit solltet ihr auch einen intensiven Meeting-Arbeits-Tag oder eine Nacht mit lernen während des Studiums überstehen. Wie generell bei Gadgets rate ich natürlich immer euch einen entsprechenden mobilen Akku zu zulegen damit ihr auch ohne Steckdose an neue Power kommt. Die knapp 14 Stunden kann ich nach mehrwöchigem Test nun wirklich bestätigen obwohl ich ihn nie so lange am Stück genutzt hatte sondern immer mit Unterbrüchen.

Das Papier

Ganz wichtig für das Aufzeichnen sind die mitgelieferten und optional zusätzlich zu kaufenden Blöcke und Bücher. Wenn ihr neben dem geschriebenen auch noch das Gesprochene Aufzeichnen möchtet, könnt ihr dazu die unten links befindlichen «record», «pause», «stop» Schaltflächen benutzten.
Toll wäre es natürlich gewesen wenn man in der neusten Version des Stiftes weisses Normalpapier hätte nutzten können. Das dies aber nicht ganz so einfach ist sehe auch ich ein und bleibt somit erst noch ein Wunschtraum. Dank den speziellen Muster der Blätter könnt ihr bis zu vier Bücher gleichzeitig beschreiben und die App merkt sich neben dem jeweiligen Buch auch noch die Aktuelle Position sowie der aktuellen Seite auf der ihr euch befindet und das ist  im vergleich zu normalen Papier dann schon extrem komplex zum umsetzten. Das so einfache auffinden der einzelnen Einträge ist mir den kleinen Aufpreis der spezial Bücher allemal wert.

Auf einer jeden Doppelseite könnt ihr Favoriten, Tags oder ein Label anlegen, das ganze könnt ihr auch im Nachhinein in der App (weiter unten beschrieben) nachholen.

Livescribe 3 - digitales und analoges Schreiben

Wenn ihr in einen postscriptfähigen Farblaserdruckers mit mindestens 600 dpi Auflösung euer eigen nennt, könnt ihr das Punktemuster selber auf ein beliebiges Papier aufdrucken. Dieses gibt Livescribe als PDF-Datei zum selber drucken frei.

Lifescribe+ App

Das tolle am Stift ist das übertragen der Handschriftlich getätigten Notizen direkt auf euer Smartphone/Tablet der Wahl. Dazu kommt das durch einen Touch der handschriftlich, digitalisierte Text in Text umgewandelt wird. Diesen könnt ihr dann gleich in einer Mail, einer iMessage oder einem Brief verwenden.

Daten die ihr aufgeschrieben habt werden direkt verlinkt und ihr könnt sie dann in der Kalender App öffnen beziehungsweise dort eintragen lassen. Dies ist natürlich extrem praktisch wenn ihr am Telefon kurz einen Termin notiert den ihr nach erfolgreicher Umwandlung einfach eintragen lassen könnt.
Kleiner Tipp, wenn ihr Mitschriften von Meetings, Seminaren, Gesprächen und ähnlichem habt, könnt ihr auch die Stimmen (gesprochene Worte) von dem Zeitpunkt wo ihr eine Notiz gemacht habt abrufen durch einen einfachen Touch/klick. Somit müsst ihr nicht die komplette Adresse mitschreiben (was ja meist eh zu schnell geht und ihr dreimal nachfragen müsst), ihr könnt einfach ein Stichwort in diesem Fall «Adresse» notieren und bei gebrauch die hinterlegte Audio Datei abspielen lassen. Dazu müsst ihr die App benutzten. Den der Livescribe 3 verfügt über kein integriertes Mikrofon mehr, das erledigt das Performante iPhone/iPad für euch. Dies hat den grossen Vorteil dass dieses natürlich auch während des schreibens immer ruhig in richtung des Gesprächpartners/Referenten gehalten werden kann. Und ihr könnt auch ein externes Mikrofon anschliessen was euch eine deutlich bessere Audio-Qualität liefert. Solche Mikrofone haben wir euch hier im Blog schon etliche vorgestellt.

Dies ist vor allem wenn ihr im Stress seid eine grosse Erleichterung, bietet euch viel mehr Luxus und ihr könnt euch auf das Wesentliche, nämlich das Gespräch konzentrieren.

Aufteilung

Die App selber teilt sich in drei verschiedene Bereich auf. Der «Notizbücher», «Feeds» und «Pencast»

In der Notizbücher-Ansicht bekommt ihr eure unterschiedlichen Notizbücher angezeigt und könnt diese mithilfe der Tablet-Stiftes hinten dran auswählen. Das einzelne Buch zeigt euch die zu letzt Bearbeitete Seite an.

In der Feed-Abteilung bekommt ihr die ganzen Notizen in Chronologischer Ansicht geboten, dies ist vor allem dann sehr praktisch wenn ihr immer wieder von Seite zu Seite springt und/oder wenn mehrere Bücher zu verschiedenen Theman zeitgleich in Gebrauch sind.

Der letztere Pencast-Bereich zeigt euch alle Notizen an, bei der ihr noch die Tonspur mitgeschnitten habt.

Erstinstallation

Aber kommen wir zurück, zu der App und dem erstmaligen Installationsprozess.

Beim starten der App könnt ihr entscheiden ob ihr euch mit dem Livescribe verbinden möchtet oder ohne dessen Verknüpfung weiter fahren möchtet. Das Verbinden ist bei eingeschaltenem Bluetooth einfach gelöst. Ihr müsst einzig den etwas rauheren «Ring» in der Mitte etwas drehen und schon bekommt ihr auditiv ein Signal abgespielt dass der Stift jetzt für den gebrauch aktiviert ist. In der App dürft ihr dann «Mit Smartpen verbinden» drücken, sobald die kleine LED im Kugelschreiber grün blinkt beginnt der Verbindungsaufbau.

Die LED kann aber mehr als nur grün blinken. Sobald die LED dauerhaft blau leuchtet, bedeutet dies, dass der Stift eingeschaltet und verbunden ist.
Blinkt der Stift dreimal gelb, verbleiben noch gut 15 Prozent Restkapazität vom Akkus. Das heisst für euch dass ihr noch zwischen ein und zwei Stunden Schreibvergnügen vor euch habt.
Die gelb blinkende LED ist hingegen ein Anzeichen dafür dass ein Firmware-Update eingespielt wird. Hierbei empfiehlt es sich wie bei allen Gadgets in dem Modus sie nicht auszuschalten.

Während dem ihr z.B. handschriftliche Notizen macht, könnt ihr mit dem Smartphone/Tablet ein Foto machen und diese der digitalen Notiz anfügen. Dann habt ihr neben euren Notizen, dem abgefangenen Ton auch noch Bildlich Eindrücke verpackt und könnt euch somit auch gemachte Notizen besser abspeichern.

In der App selber könnt ihr bei wichtigen Notizen noch Sterne (Favoriten), Fahnen oder Labels vergeben. Damit ist das auffinden der wichtigsten Notizen nachher in der App einfacher.

Weiterverarbeiten und OneNote

Geschriebene Texte welche wie durch Zauberhand auf eurem Tablet oder Smartphone landen lassen sich natürlich mit/oder ohne die Umwandlung weiter verwenden. Zum einen einen könnt ihr den Text per:

  • eMail weiter senden
  • Ausdrucken über AirPrint
  • In OneNote übertragen
  • oder via «öffnen in» mit kompatiblen Schreib, Notiz, Bearbeitungs oder PDF Apps öffnen

Über den letzten Punkt könnt ihr die Dateien auch weiter über Sharing Dienste Wie Dropbox oder Google Drive als Backups sichern oder weiter teilen mit euren Arbeitskollegen und natürlich auch bei Freizeit-Projekten.

Wie in der Aufzählung schon aufgelistet, das ganze lässt sich in OneNote übertragen und das ist für mich das aller grösste Killerfeature des Kugelschreibers. Den seit einer Weile nutze ich immer mehr die Notiz App von Microsoft welche bei mir die Evernote App langsam aber sicher abzulösen scheint.
Wie ich damit umgehe und was ich mit den Notizen alles so anstelle werde ich euch in einem Separaten Blog Beitrag auf dem Pokipsie Blog verraten (am besten gleich via Facebook oder Twitter verfolgen und nicht verpassen).

Lieferumfang

  • Livescribe 3 Stift
  • USB zu microUSB Kabel
  • Bedienungsanleitung
  • Dot-Papier-Journal

Teschnische Details

  • Grösse: 162 x 14.9 mm
  • Gewicht: 34 g
  • Prozessor: ARM 9
  • Bluetooth: 4.0
  • Farben: Schwarz/Chrom und Schwarz/Chrom dunkel
  • Tintenpatrone: Wolframcarbid-Kugelschreiberpatrone
  • Kamera: Hochgeschwindigkeits-Infrarotkamera
  • Akku: Lithium-Akku
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Vorteile

  • Zuverlässiger Scanvorgang
  • fast live Übertragung aufs Smartphone/Tablet
  • Aufnahme Funktion
  • microUSB Port fürs Aufladen
  • Saubere Schrifterkennung

Nachteile

  • Es wird nach wie vor spezielles Papier benötigt
  • Im Griffbereich sehr glatt

Fazit

Hier im Fazit möchte ich ein paar Punkte hervorheben welche mir besonders gut und auch solche welche mir nicht ganz so sympatisch rüber gekommen sind aufführen. Ganz unten findet ihr dann mein Schlussurteil zum Livescribe 3.

Ton und Synchronisation

Beim mitschneiden des Tons ist natürlich geraten auf Flugmodus zu schalten, den ein eingehendes Telefongespräch deaktiviert die Aufnahmefunktion. Aber dies ist bei einem Referat, im Studium oder auch bei einem wichtigen Meeting sowieso immer anzuraten.

Sicherlich, der Stift kann nicht mehr seine Daten direkt in mit der alten Windows App synchronisieren wie ich es mir von meinen alten SmartPen gewöhnt war. Beim Livescribe 3 ist die Zielgruppe definitiv beim digitalen Nomaden zu suchen. Da die Mitschriften fast in live auf die iOS (und bald auch Android) App synchronisiert werden habt ihr diese immer gleich auch dabei. Dank der OneNote integration landen die Daten dann via Cloud auf dem heimischen Mac oder PC.

Schreibgefühl und Zubehör

Das Schreibgefühl ist wie bei seinen Vorgängern eine Gewöhnungssache, vor allem an die eher dünne Miene muss man sich bei der dicke des Stiftes erst mal gewöhnen. Sobald man aber Zeichnungen in seinen Notizen anfertigt ist man froh, dass die Linien schön dünn sind.

Wer wie ich eines der Vorgänger Modelle schon eingesetzt hat und noch etwas Zubehör von diesem hat, sollte wissen, dass die Kugelschreiber-Minen der älteren Generationen nicht kompatibel sind mit dem Livescribe 3.
Anderst schaut es mit den Blöcken/Büchern aus, den diese könnt ihr nach wie vor nutzen (ausser den Aufnahmebuttons links unten). Das ist für ich äussertst praktisch, habe ich mich doch damals mit über 30 Büchern eingedeckt und in den Jahren knapp 20 Stück vollgeschrieben.

Ich würde mir wünschen dass der Nachfolger vom 3er wieder in Alu-Ummantelung daher kommen würden oder zumindest mit einer nicht ganz so glatten Oberfläche. Auch wenn man sich an den Umstand schnell gewöhnt und den Stift dadurch etwas anderst hält. Den meisten denen ich den Stift in die Hände gedrückt hab, war das auch ohne meine Vorankündigung eher negativer aufgefallen.

Mein Schlussfazit

Wer den Stift etwas genutzt hat, egal ob für Meetings oder während des Studiums wird ihn sehr schnell zu schätzen wissen. Denn ihr habt eure analog angelegten Notizen jeweils gleich auch noch digital abgespeichert und das ohne einen mühsamen Scanvorgang. Ein solches Backup hat noch nie geschadet.
Nach dem Umwandeln in normalen Text habt ihr diese dann gleich auch noch digital durchsuchbar abgespeichert.

Ich bin bis auf die kleinen Punkte extrem Happy mit dem Livescribe 3. Ich werde ihn natürlich weiterhin auch fleissig für meine händischen Notizen einsetzten und in ein paar Wochen werde ich in einer Sonder- Gadget-Folge vom #GeekTalk Podcast mein Schlussfazit ziehen.

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