Huawei Watch

Die Hauwei Watch wurde im Frühling diesen Jahres vorgestellt, wenig später tauchte sie auch in diversen Onlineshops auf.
Auf der IFA in Berlin zeigten sie endlich die finale Version und gaben diese dann in Paris zum Launch-Tag frei.

Nochmals ein paar Wochen später hat es die Smartwatch schliesslich auch zu mir geschafft und ich kann euch endlich den lang ersehnten Testbericht zu der Uhr liefern.

Beschreibung

Ich war schon sehr gespannt auf die Huawei Watch, denn in meinen Augen ist sie, rein von der Optik her – neben der Vector -, eine der schönsten aktuellen Smartwatch-Modelle auf dem Markt.

Huawei Watch

Die Huawei Watch ist neben der Apple Watch aktuell die einzige, welche mit einem Saphire Crystal-Glas geschützt ist. Zu kaufen gibt es sie in drei Ausführungen: Stainless Steel (silber), Black-plated Stainless Steel (schwarz) und Rosé-Gold-plated (roséfarbenes Gold).

Verarbeitung

Zwei Meinungen gibt es im Smartwatch Lager. Die einen finden, dass eine Smartwatch einer originalen Uhr gleichen muss und somit auch in einer runden Optik daher kommen sollte. Die anderen wollen lieber eine eckige Uhr, damit sie sich auch von einer normalen Uhr abhebt. Bei Huawei hat man sich dazu entschieden, auf den runden Zug aufzuspringen. Dank seiner Uhren-ähnlichen Optik könnte die Smartwatch von Huawei auch bei einigen Fans von klassischen Uhren ihre Nutzung finden.

Bei der Uhr haben sie sich für ein 42 Millimeter Gehäuse entschieden. Perfekt für einen Männerarm – für Frauen, je nach Typ, unter Umständen etwas zu gross. Der Gehäuse-Rahmen ist einfach und schlicht, mehr braucht es auch nicht. Hier setzen andere Hersteller auf Verzierungen wie z.B. den Pseudo Taucherring bei der LG G Watch R.

Das Gehäuse besteht fast ausschliesslich aus kaltgewalztem, rostfreien Chirurgen-Edelstahl. Einzig an der Unterseite der Huawei Watch ist Kunststoff verbaut. Das ist der Teil, in dem die Sensorik für den Pulsmesser verbaut ist.

Der einzige Hardware-Knopf an der Uhr ist in der zwei-Uhr-Stellung angebracht und somit gut platziert, um einfach und einhändig bedient werden zu können.

Praktisch sind auch die Armbänder, durch welche man etwas mit der Optik der Uhr spielen kann. Dank der 42 mm  Einheitsgrösse könnt ihr hier auch einfach und schnell ein neues Armband anbringen – und zwar komplett ohne Werkzeug dafür einsetzen zu müssen.

Display

Beim Display fiel die Wahl auf ein 1.4 “ grosses Display auf Basis der AMOLED Technologie. Es beherbergt 400 x 400 Pixel bei einer Dichte von 286 ppi. Somit eines der aktuell schärfsten Displays bei Smartwatches, das ihr kaufen könnt. Da ihr eine Uhr beim Ablesen der Zeit ja meist näher am Kopf habt, als ein Smartphone, ist dies natürlich nicht zu unterschätzen.

Wie so oft, liegt bei der Technik der Teufel im Detail. Genauso hier, denn bei dunklen Hintergrundbildern kommt die Schärfe erst richtig zur Geltung, bei hellen Bildern leider nicht so. Auch schmerzten mich die hellen Watchfaces fast etwas, wenn ich während der Nacht auf die Uhr blickte.

Stichwort Helligkeit vom Display: Da die Uhr keinen Helligkeitssensor besitzt, bleibt das Display auch immer gleich hell. Das ist vor allem jetzt im Winter nicht ganz so optimal, da wir doch längere dunkle Zeiten haben und z.B. bei Schnee sehr helle Tage haben. Mein Kompromiss, nach längerem Hin und Her, war schlussendlich Stufe zwei von den fünf verfügbaren. Kleiner Trick, wenn es plötzlich hell werden sollte: Einfach drei mal schnell hintereinander auf den Knopf drücken und das Display wird für wenige Sekunden auf die hellste Stufe gesetzt.

Die Huawei Watch hat drei verschiedene Modi. Einmal den standardmässig eingesetzten «Always on», dann den deaktivierten «Always on» – welcher nur bei richtiger Bewegung angeht – und zu guter Letzt noch den «Kino» Modus.
Etwas unschön ist die Verzögerung, welche die Uhr beim zweiten Modus hat. Den Unterarm in Richtung Kopf drehen und schon geht das Display an – leider aber immer mit zu langer Verzögerung.
Beim Kino Modus wird alles deaktivert und das Display geht nur an, wenn ihr auf den Knopf drückt.

Da die Uhr vor allem in der Nacht relativ schnell das Display einschaltet, und das auch schon bei nur kleinen Bewegungen, nervt es sehr rasch. Nicht nur im Bett, sondern auch wenn ich in der Nacht – wie immer vor dem Schlafengehen – die Kleinen nochmals richtig zudecke und sie damit immer fast geweckt hab. Deshalb habe ich sie nach ein paar Nächten im Kino-Modus gleich auf den Nachttisch auf die Ladestation verbannt.

Speicher / Prozessor

Huawei hat seiner ersten Smartwatch 4 GB Speicherplatz verpasst, auf die ihr eure Musik, Bilder und Apps packen könnt. Natürlich nicht auf den kompletten Speicherplatz, denn ein Teil davon wird für das System genutzt.

Die Huawei Watch wird durch einen Snapdragon 400 angetrieben, Unterstützung erhält er dabei von einem 512 MB RAM-Modul. Das auf der Uhr verbaute System, Android Wear, läuft damit recht flüssig.

Sensoren und Konnektivität

Damit die Smartwatch mit eurem Smartphone kommunizieren kann, braucht sie natürlich Verbindungsmöglichkeiten. Hier setzt Huawei zum einen auf Bluetooth (4.1 BLE) und ein WLAN Modul.

Zu den verbauten Sensoren gehören unter anderem die folgenden: Ein sechsachsiger Bewegungssensor (Gyroscope + Accelerometer), dazu auf der Rückseite ein Herzfrequenz-Sensor und im Inneren ein Barometer.

Damit ihr auch die ganzen Notifications nicht verpasst, ist natürlich auch ein Vibrations-Alarm eingebaut. Dieser ist leider nur ein herkömmlich drehender Motor, den man nicht all zu gut spürt. Neben eigenen Tests, habe ich die Huawei Watch einigen Kollegen/Freunden um den Arm gelegt und sie nach ihrem Empfinden gefragt. Für die meisten ist der Vibra eher zu schwach. Dazu kommt aber, dass man den Motor sehr gut hört. Böse Zungen behaupten, man hört den Vibrations-Mechanismus eher, als dass man ihn spürt.

Akku

Kommen wir zu dem aktuell leidigsten Punkt, von fast allen Smartwatches. Huawei hat einen 300 mAh Akku verbaut, der laut Hersteller auf bis zu 1.5 Tagen Nutzung kommen sollte.

In meinen Tests bin ich im Schnitt auf knapp einen Tag gekommen.
Den fast kompletten Tag habe ich mit Always-on-Modus beim Display und all meinen Notifications erreicht, welche ich auf der Watch zugelassen habe.
Wenn ich das Always-on deaktiviert und mich bei den Notifications auf ein absolutes Minimum begrenzt habe, bin ich auf die von Huawei angepriesenen 1.5 Tage und etwas mehr gekommen.

Klar ist: Hier braucht es noch einiges an Entwicklung auf dem Akku-Markt. Denn die Masse der Menschen möchte nicht noch ein weiteres Gadget haben, welches sie täglich oder mehrfach in der Woche neu laden müssen. Für all diejenigen, die ihre Uhren/Smartwatches eh in der Nacht beim Schlafen beiseitelegen, ist das natürlich kein wirklicher negativ Punkt.

Etwas, was aber definitiv ein negativer Punkt ist, ist das Ladekabel. Das fällt zwar angenehm lang aus und findet somit auch am Nachttisch gut seinen Platz – doch die Ladestation besteht nur aus einem kleinen runden Button, der magnetisch ist, aber Kontaktpunkte verbaut hat. Das schwierige ist, die Huawei Watch richtig auf der Ladestation zu platzieren. Denn wenn die Ladeports nicht direkt auf dem Gegenstück an der Uhr sitzen, hält der Plöppel zwar an der Uhr fest, aber es lädt nicht auf. Deshalb ist nach dem Befestigen immer noch ein Blick aufs Display nötig. Das ist etwas schade und passt auch nicht ganz zu dem sonst stylischen Auftreten der Uhr.

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Vorteile

  • Schönes Display
  • Tolle Verarbeitung
  • Zeitloses Design
  • Tragegefühl

Nachteile

  • Ladestation
  • Vibration

Fazit

Eine Uhr, wie auch eine Smartwatch ist ein sehr persönliches Gadget. Nicht wie ein Smartphone, das man mal liegen lassen kann. Die Smartwatch ist ständig am Arm und man bekommt neue Meldungen somit auch viel schneller mit, als das bei einem Smartphone der Fall ist. Vor allem auch in Situationen, bei denen man das Smartphone bewusst weglegt.

Deshalb auch die einzelnen negativen Punkte, welche ich – für mich – feststellen durfte.

Bei meinem Display gab es am Rand einen ganz feinen Spalt – dieser stört bei dunklen Display Farben überhaupt nicht, sobald aber viel weiss mit im Bild ist, störte mich das dann schon. Immer mit Blick auf den doch nicht ganz so günstigen Anschaffungswiderstand.

Android Wear ist noch sehr begrenzt, vor allem wenn man es von einem iPhone aus nutzt. Da sind wirklich nur sehr wenige Funktionen möglich. Ihr könnt weder Einstellungen tätigen noch könnt ihr Apps installieren. Was auch sehr schade ist, ist die Tatsache, dass ich nicht auf eingehende Notifications reagieren kann.
Da schaut es natürlich mit einem Android Smartphone schon viel besser aus. Für meinen Test habe ich dazu mein Huawei P8 genutzt. Hier sind die Funktionen schon umfangreicher, ich kann direkt aus der App heraus Einstellungen vornehmen und auf der Uhr natürlich ebenso.

Die von mir getestete Huawei Watch ist das Basis Modell, Huawei hat noch einige andere Varianten im Angebot. Neben dem glänzenden Edelstahl gibts dieses auch in matt, in schwarz oder gar golden zu kaufen. Außerdem könnt ihr mit den Armbändern noch fleissig an der Optik drehen.

Alles in allem gefällt mir die Huawei Watch nicht nur optisch – und im Zusammenhang mit einem Android Smartphone ist es die aktuell beste Smartwatch auf Android Wear Basis, die ich bis anhin ausführlich testen konnte.

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